Rothschild Bird

Naturalistisch gemalte Vögel zwischen Zweigen, mit Goldrand, benannt nach der Familie Rothschild als frühe Kundschaft der ungarischen Manufaktur Herend. Es existieren zahlreiche nummerierte Motiv-Varianten sowie farbige Fischschuppen-Randvarianten (u. a. Blau, Grün, Braun). Die oft erzählte Anekdote einer in einem Baum wiedergefundenen Perlenkette der Baronin Rothschild ist als Verkaufslegende nicht unabhängig belegt.

Apponyi

Anfang der 1930er-Jahre auf Wunsch des ungarischen Politikers Graf Albert Apponyi aus einem älteren Dekor („Fleurs des Indes“) vereinfacht. Zeigt eine stilisierte, chinesisch inspirierte Päonien-Blüte umgeben von einem Blattkranz mit 24-Karat-Goldrosetten; der Rand trägt ein Blüten-Blatt-Muster mit Goldakzenten. Erhältlich in zahlreichen Farbvarianten (u. a. Purpur, Grün, Türkis, Gelb).

Victoria

Vorgestellt auf der Weltausstellung 1851 in London und dort von Königin Victoria für Windsor Castle erworben – daher der Name. Das Dekor geht stilistisch auf das ostasiatische Kakiemon-Muster zurück, gilt heute aber als eigenständiger europäischer Klassiker der ungarischen Manufaktur Herend.

Maria Theresia

Der Überlieferung nach im Auftrag von Kaiserin Maria Theresia für die Ausstattung eines Jagdschlosses entstanden. Die Wiener Porzellanmanufaktur Augarten (gegründet 1923) führt die Tradition der historischen Wiener Porzellanmanufaktur (bis 1864) fort und verwendet teilweise deren historische Dekore – so auch dieses.

Wiener Rose

Ein Rosendekor der Wiener Manufaktur Augarten. 2014 gaben Augarten und die Österreichische Post gemeinsam die weltweit erste Porzellan-Briefmarke heraus, gestaltet mit diesem Dekor – ein Beleg für seine Bekanntheit, auch wenn das ursprüngliche Entstehungsjahr des Musters nicht dokumentiert ist.

Alt Luxemburg

Entstanden 1767 gründeten die Brüder Jean-François, Dominique und Pierre-Joseph Boch am Standort Septfontaines (Siebenbrunnen) in Luxemburg-Stadt eine Porzellanfabrik. Das dort 1770 entstandene Dekor „Brindille“ – zarte Zweige auf geripptem Scherben – wird seit dem 20. Jahrhundert als „Alt Luxemburg“ bzw. „Vieux Luxembourg“ vermarktet und mit Unterbrechungen bis heute produziert.

Musselmalet

Das Gründungsdekor von Royal Copenhagen und bis heute „Pattern No. 1″ der Manufaktur: von Hand in Kobaltblau unterglasurbemalt, auf einem geripptem („fluted“) Porzellankörper. Der dänische Name „Musselmalet“ („muschelblau gemalt“) bezieht sich auf die Blaufärbung, nicht auf ein Muschelmotiv. Kein einzelner Designer ist überliefert – es entstand als Hausdekor der 1775 gegründeten Manufaktur.

Flora Danica

Eines der aufwendigsten Porzellanservices der Geschichte: 1790 von König Christian VII. in Auftrag gegeben, der Erzählung nach als Geschenk für Zarin Katharina die Große gedacht (diese starb 1796, bevor das Service fertig war, weshalb es beim dänischen Königshaus verblieb). Jedes der ursprünglich 1.802 Teile trägt eine botanisch exakte, handgemalte Pflanzenabbildung nach dem mehrbändigen dänischen Naturkundewerk […]

Seagull

Entworfen von Fanny Garde für die dänische Manufaktur Bing & Grøndahl (seit 1987 Teil von Royal Copenhagen). Zeigt fliegende Möwen vor hellblauem Grund, mit seepferdchenförmigen Henkeln und schuppenartig schattierten Rändern. In den 1950er- bis 1980er-Jahren so verbreitet, dass es als „Nationalservice Dänemarks“ galt – angeblich stand es in jedem zehnten dänischen Haushalt. Hinweis: Quellen nennen […]

Zwiebelmuster

Das Zwiebelmuster zählt zu den bekanntesten Porzellandekoren Europas. Es wurde ab 1730 in der Meissener Manufaktur nach fernöstlichem Vorbild entwickelt – inspiriert von chinesischem Blau-Weiß-Porzellan der Ming-Zeit mit den drei Glücksfrüchten Pfirsich, Granatapfel und Zitrone. Bei der Meissener Adaption verschmolzen Zitrone und Granatapfel zur namensgebenden „Zwiebel“, obwohl botanisch keine echte Zwiebel dargestellt wird. In Meissen […]